Strategie: „Blaues Wachstum“

So heißt eine Strategie der EU mit dem Ziel, dem Küsten- und Meerestourismus auf die Sprünge zu helfen und ihn noch wettbewerbsfähiger zu machen. Für Griechenland kann diese Strategie ein Sprungbrett aus der wirtschaftlich schwachen Situation, hinein in einen wirtschaftlichem Aufschwung bedeuten.

Segelboot in GriechenlandDenn mit seiner 18.400 km langen Küste – die längste in der EU – hat Griechenland ein besonders hohes Potential im Hinblick auf die „blaue Entwicklung“. Und damit ist nicht nur ein Ausbau der vorhandenen Infrastruktur gemeint, sondern betrifft auch die Schwerpunkte Energie, Aquakultur, Küsten- und Kreuzfahrttourismus, Meeresbodenschätze sowie Biotechnologie.
Um der Strategie Wichtigkeit zu verleihen, erklärte der griechische Ratsvorsitz das Jahr 2014 zum „Jahr des Mittelmeeres” und veranstaltete Konferenzen zu den entsprechenden Themen.
Einerseits soll der Tourismus Griechenland zum Aufschwung verhelfen. Vor allem der Kreuzfahrttourismus boomt und die griechischen Reisegesellschaften schreiben schwarze Zahlen. Kein Wunder: Griechenland liegt, was die Badewasserqualität angeht, weltweit auf dem zweiten Platz. So haben dieses Jahr 408 griechische Strände und 10 Marinas die Auszeichnung „Blaue Flagge“ erhalten.

Die „blaue Wirtschaft“ umfasst darüber hinaus jedoch weitere wichtige Standbeine des griechischen Handels:
Schiffahrt: Die griechische Schifffahrt ist nach dem Tourismus die zweitgrößte Ressource des Landes: die griechische Handelsmarine hat die größten Tonnagekapazität weltweit und macht 40% der europäischen und 15% der internationalen Handelsflotte aus.
Fischfang: 150.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden jährlich aus griechischen Gewässern geholt. Der größte Teil davon wird Teil in der Ägäis gefangen und exportiert. Meerbarsche und Goldbrassen sind zwei der beliebtesten Fischgerichte, die in Europa konsumiert werden. Bestellt man im Restaurant einen dieser Fische, so kann man zu 50% sicher sein, dass er aus Griechenland kommt. Mehr dazu findest Du in unserem Artikel „Fischzucht in Griechenland“.
Tradition: Seit der Antike sind die Griechen ein nautisches Volk und die Seefahrt spielte und spielt eine wichtige Rolle für die griechische Identität. Fünf Marinemuseen präsentieren Zeugnisse dieser Tradition und in der Tiefe des Meeres gibt es zahlreiche archäologische Stätten. Immer noch warten Wracks, Jahrtausende alte Amphoren oder ganze versunkene Dörfer auf ihre Entdeckung.
Wassersport: Vor allem die Inseln (insgesamt 9.096 !) bieten Seglern und Surfern Top-Bedingungen. Aber das kristallklare Mittelmeer lädt auch zum Angeln und zum Tauchen ein. Und von Jahr zu Jahr wächst das Angebot an Funsportarten, wie Wasserski, Jetski, Wakeboarden, Kitesurfen und einiges mehr.

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Wer ist Maria-Efthalia?

Maria-Efthalia Tsoukis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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