Was ist eigentlich Retsina?

In bisherigen Beiträgen habe ich u.a. bereits über Anbaugebiete und Weinsorten in Griechenland und den modernen griechischen Winzer berichtet. Griechenland verfügt tatsächlich über eine große Vielfalt an traditionelle Weinerzeugnissen. Viele von diesen sind dem breiten Publikum der Weingenießer nicht sehr bekannt. Glücklicherweise gilt das aber für einen bestimmten griechischen Wein nicht: Oder haben Sie etwa noch nie etwas von Retsina gehört?

Retsina in einer Taverna am MeerDer griechische Begriff „Retsini“ lässt sich mit „Baumharz“ übersetzen. Und das Baumharz von Pinien ist tatsächlich eine unbedingt notwendige Zutat für diesen Wein: In der Antike verwendete man das Baumharz für die Abdichtung von Amphoren, die mit Wein befüllt wurden. Gleichzeitig diente das Pinienharz auch noch als Konservierungsmittel.

Die Herstellung von Retsina hat sich dann im Lauf der Zeit grundlegend weiterentwickelt. Der moderne griechische Winzer mischt das Baumharz dem frischen, noch ungegorenen Traubensaft bei. Das ist wichtig für die lange Haltbarkeit und den unverwechselbaren Geschmack von Retsina. Und früher waren die Traubensorten für die Produktion von Retsina eher zweitrangiger Qualität. Daher war Retsina der Wein der Armen und der Gäste in den einfachen Tavernen.

In den letzten Jahren kann man aber feststellen, dass der Qualitätsanspruch an Retsina deutlich zugenommen hat. Weinproduzenten verwenden daher heutzutage deutlich bessere Trauben. Und sie entwickeln neue und bessere Methoden für die Mischung des Mostes mit dem Baumharz für die Herstellung von Retsina.

Einigen Winzern ist es gelungen, dass ihr Retsina wegen der Farbe und des Geschmacks auch im Ausland sehr beliebt ist. Das macht diese Weinart zu einem der wichtigsten Exportgüter Griechenlands. Mittlerweile ist der Wein „Retsina“ Produkt mit geschütztem Herkunftsnamen. Daher darf als „Retsina“ bezeichneter Wein ausschließlich in Griechenland produziert werden.

Sollten Sie zu den wenigen gehören, die Retsina tatsächlich noch nicht kennen, müssen Sie keineswegs unbedingt bis zu Ihrem nächsten Griechenlandurlaub warten: Retsina ist europaweit mittlerweile in fast jedem größeren Supermarkt zu finden. Und falls Ihnen der Geschmack dieses doch sehr speziellen Weines zu herb sein sollte, ist das keineswegs schlimm. Es ist durchaus üblich, Retsina mit Cola, Fanta oder Sprite zu verfeinern. Ich habe schon von Leuten gehört, die behaupten „Eigentlich mag ich Retsina nicht, aber…„.

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Wer ist Maria?

Die Autorin hat an der Universität Athen Archäologie und Kunstgeschichte sowie Geschichte studiert und in der Archäologie in Deutschland promoviert. In diesem Sinne fühlt Sie sich als würdige Griechin und schreibt hier im Blog mit Enthusiasmus über das Leben und die Kultur von Griechenland, indem Sie über die Vergangenheit und die Gegenwart ihres Landes berichtet.

2 Kommentare

  1. Ich bin auf ihren Retsina Artikel gestoßen und hoffe dass sie mir eine Frage beantworten können:
    Gibt es jetzt Retsina,der in den traditionellen Halbliterflaschen und mit dieser Bezeichnung verkauft wird,der nicht geharzt ist bzw praktisch nicht wahrnehmbar nach Harz schmeckt. ich habe dieses Jahr Retsina bei einer griechischen Woche im Supermarkt gekauft und dies enttäuscht festgestellt.

    • Tommy sagt:

      Hallo, ich habe schon diverse verschiedene Retsina probiert, von denen ich keinesfalls alle lecker fand. Da gibt es ganz sicher enorme Unterschiede! Das ein Retsina allerdings überhaupt nicht mit diesem für mich „erdigen“ Beigeschmack des Harzes aufwarten konnte, ist mir noch nie passiert.

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