März ist Erntezeit für Artischocken

Von März bis Mai ist in Griechenland Artischockenzeit. Auf den Wochenmärkten sieht man sie zu Bergen aufgetürmt, in den Gemüsehandlungen werden sie dekorativ drappiert. Bereits im antiken Griechenland war die Artischocke Teil der Küche, auch ihre Heilwirkung zur besseren Verdauung opulenter Mahlzeiten war bereits bekannt.

Die Pflanze

Die Knospen einer ArtischockenpflanzeDie imposante Gemüsepflanze, lateinisch Cynara scolymus mit der wunderschönen violetten Blüte wird nur in wenigen Gegenden Griechenland angebaut. Wilde Artischocken wachsen auf Kreta. Dort werden sie wie Wildkräuter gesammelt und zubereitet – meistens in Zitronen-Öl-Sauce gekocht. Ebenfalls auf Kreta wächst eine Artischockenart, die roh verzehrt wird, sowie eine kleine Sorte, die gern auf Holzkohle zubereitet wird. Die meisten Artischocken Griechenlands wachsen jedoch auf der Peloponnes: Etwa 27.000 Tonnen werden dort jährlich geerntet. Auch auf Korfu und in wenigen anderen Regionen wird die Pflanze kultiviert.

Die Artischockenpflanze kann bis zu 1,5 m hoch werden und ist eigentlich in Afrika beheimatet, läßt sich jedoch problemlos in den meisten Gegenden mit gemäßigtem Klima anbauen. Lediglich Kälte und extreme Feuchtigkeit verträgt sie nicht. Die Wurzel der mehrjährigen Pflanze reicht bis tief in die Erde, sie ist eine unglaublich schnell wachsende Pflanze, sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Daher ist es beim Anpflanzen wichtig auf einen entsprechenden Abstand zu achten.

Verwendung

Für den Verzehr werden die Blütenknospen des ästhetischen Distelgewächses abgeschnitten, die äußeren harten Blätter werden entfernt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern werden auch diese in Griechenland verzehrt, indem man sie als Meze in einen Dip tunkt und ihr Fruchtfleisch herauslutscht. Der Blütenboden, auch Herz genannt, ist mit seinem feinherben –bitteren Geschmack eine Delikatesse. Und zwar nicht nur als Pizzabelag.

Wer ein einfaches Artischockengemüse kochen will, entfernt zunächst den Stiel, schneidet dann die Blattspitzen mit der Schere etwa zu einem Drittel weg und kocht den Rest etwa 30 bis 40 Minuten in Salzwasser. In Griechenland ist die Zubereitungsart a la Politi (also auf bürgerliche Art) am beliebtesten. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus Artischocken, Krotten, Kartoffeln und frischen Wiesenkräutern wie Dill oder Fenchel. Auf Korfu wird jetzt in der Fastenzeit ein Eintopf aus Artischocken mit Dicken Bohnen gekocht.

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Wer ist Maria-Efthalia?

Maria-Efthalia Tsoukis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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