Der aktuelle Renner weltweit: Griechischer Joghurt

Auf einer Liste mit den beliebtesten griechischen Desserts würde „Joghurt mit Honig und Nüssen“ wohl ziemlich weit oben zu finden sein. Der Versuch, diese Köstlichkeit in Deutschland mit „normalem“ Joghurt zuzubereiten, scheitert aber leider kläglich. Warum ist das so? Was macht „Griechischen Joghurt“ so besonders?

Yoghurt der griechischen Molkerei FageDie Unterschiede sind deutlich zu sehen und zu schmecken: Griechischer Joghurt ist im Vergleich zu deutschem dicker und cremiger. Sein Geschmack ist weniger säuerlich, dafür milder und voller. Er enthält mehr Fett, weniger Kohlenhydrate, aber deutlich mehr Eiweiß, Kalzium und Magnesium, was ihn bei Sportlern äußerst beliebt macht.

Der Grund für diese äußerst positiven Eigenschaften ist das Herstellungsverfahren der griechischen Molkereien: Um Joghurt herzustellen, wird die Milch mit Hilfe verschiedener Milchsäurebakterien, den sogenannten Joghurtkulturen eingedickt, die letztendlich den Geschmack des Joghurts bestimmen. In Griechenland werden dabei andere Kulturen als in Nordeuropa eingesetzt, was den Geschmacksunterschied erklärt.

Im weiteren Verlauf der Joghurtproduktion wird dann die Molke, also das in der Milch vorhandene Wasser, von der Joghurtmasse getrennt. Auch hier arbeiten die griechischen Molkereien mit einem anderen Verfahren. Die Abtrennung der Molke, das „Abtropfen“ erfolgt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt und man lässt die Masse einfach länger abtropfen. Durch den Wasserverlust erhöht sich relativ berechnet der Fettgehalt, der bis zu 10% beträgt. Dadurch benötigt man für die Herstellung von griechischem Joghurt aber etwa drei bis viermal mehr Milch als für deutschen Joghurt. Logischerweise ist griechischer Joghurt dadurch wesentlich teurer, als sein Pendant aus Nordeuropa.

Aber trotz des Preisunterschiedes erfreut sich Griechischer Joghurt in Deutschland größter Beliebtheit. Er ist das Molkereiprodukt mit den stärksten Umsatzzuwächsen in den vergangenen Jahren. So gibt es mittlerweile auch zahlreiche Joghurtprodukte „griechischer Art“ von deutschen Molkereien. Nach Meinung der Experten sind diese aber nicht mit ihrem griechischen Vorbild zu vergleichen. Bekannte griechische Joghurtproduzenten sind die Molkereien Olympos, KriKri, Dodoni und Fage. Letztere hat griechischen Joghurt Ende der 90er Jahre in Amerika auf den Markt gebracht. Dort ist Greek Yogurt mittlerweile derart beliebt, dass er einen Marktanteil von 35 Prozent am gesamten Joghurtmarkt ausmacht.

In Griechenland wird Joghurt sehr vielfältig eingesetzt. Zum Frühstück mit Honig, als Vorspeise im Tzatziki und natürlich im Dessert – neuerdings sogar als Konkurrenz zu Eiscreme unter der Bezeichnung „Frozen Yogurt“. Er kann aber auch als eine Art Sauerrahm benutzt werden und eignet sich hervorragend als Beilage für Ofengemüse, Geflügelgerichte und zur Verfeinerung von Eintöpfen.

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Wer ist Maria-Efthalia?

Maria-Efthalia Tsoukis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

Ein Kommentar

  1. Guten Tag Frau Maria-Efthalia,
    schöne und interessante Artikel schreiben Sie, vielen Dank dafür.
    Für die griechische Kräuter- und Wild-Gemüseküche interessiere ich mich ganz besonders, die ursprüngliche mediterrane Küche, wichtige Lebensmittel hoher Qualität und natürlich.
    Im August bin ich wieder in Patras und Umgebung, besuche Bekannte.
    In Ihrem Artikel „Heilkräuter in Griechenland“ erwähnen Sie, dass fehlende Strategien was die Vermarktung betrifft, hier nichts wachsen lassen. Da würde ich gerne dran arbeiten, zuerst möchte ich alle verwendeten Wildgemüse und Kräuter kennen lernen und suche dazu Literatur. „Garten der Götter“ habe ich.
    Die griechische Sprache lerne ich, das kann aber noch viel besser werden.
    Was ich mir vorstelle wäre z. B. hier vor Ort oder online ein kleines Angebot an heilkräftigen und wohlschmeckenden Spezialitäten der mediterranen Urkost anzubieten.
    Für jede Literatur-Empfehlung bin ich Ihnen dankbar, viele Grüße
    Andrea

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