Zurück zur Natur : Agrotourismus in Griechenland

Seit einigen Jahren kann man in Griechenland einen interessanten Trend beobachten. Einige Regionen – und es werden immer mehr – verweigern sich der Entwicklung des Massentourismus und der Hotelburgen mit ihren All-Inclusive-Angeboten. Stattdessen setzten sie auf Einfachheit und auf das Motto „Zurück zur Natur“. Agrotourismus heißt dieses Modell und hat das Ziel, die Ökologie, die landwirtschaftlichen Aktivitäten, die lokalen Produkte und die kulturellen Eigenheiten einer Region in den Mittelpunkt der Reiseangebote zu rücken.

Einer der unzähligen uralten Olivenbäume in GriechenlandDer Agrotourist nimmt während seines Urlaubs am Leben eines griechischen landwirtschaftlichen Betriebes teil. Sein Besuch geht dabei weit über das Erlebnis einer normalen Reise hinaus. Er erfährt vom griechischen Bauern aus erster Hand, was griechische Tradition und Gastfreundschaft bedeutet. Und er baut eine intensive Beziehung zu den Menschen und zu dem Land auf und gewinnt bald Freunde und tiefe Erkenntnisse.

Beispiele für Agrotourismos-Projekte

Während der Olivenernte kann der Gast einen Einblick in die uralten Erntetechniken sowie in die Funktionsweise der traditionellen Olivenpressen bekommen und so die Entstehung und Bedeutung eines hochwertigen nativen Olivenöls nachvollziehen.

Verschiedene Weingüter bieten die Möglichkeit, an der Herstellung von Wein und Tsipouro teilzuhaben. Gleichzeitig wird der Besucher auch mit den Geheimnissen des griechischen Weins, der Rebsorten, Aromen, Farben und Geschmacksrichtungen, vertraut.

Obst-, Kräuter-, oder Pilzesammeln und die Bienenzucht sind weitere Aktivitäten, die eine Beziehung zum Land und zu heimischen Erzeugnissen herstellen.

Für diejenigen, die Tiere lieben, gibt es viel zu tun: Schafe und Ziegen sind zu weiden und zu melken, darüber hinaus kann man an der Joghurt– oder Käseherstellung mitwirken.

Wer sich für traditionelle griechische Rezepte interessiert, kann Seminare zum Thema „Kochen und Backen“ besuchen. Die Palette reicht hierbei von der Herstellung von Marmeladen, Kompotten und Löffelsüßigkeiten über das Backen von Brot, Gebäck und Kuchen bis zur Zubereitung von Likören und anderen Spirituosen.

Auch Handwerkskunst, wie das Töpfern oder die Holzbearbeitung gehören zu den agrotouristischen Aktivitäten.

Neben seinen Aktivitäten und seiner Mithilfe in der Landwirtschaft hat der Besucher aber natürlich auch genug Freizeit, um die herrliche landschaftliche Schönheit und die frische Luft zu genießen. Schwimmen, Angeln, Wandern, Bergsteigen und Reiten sind einige der vielen Freizeitangebote, die in Agrotourismus-Regionen angeboten werden.

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Wer ist Maria-Efthalia?

Maria-Efthalia Tsoukis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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