Griechische Tänze – Der Syrtaki

Die Griechen lieben den Tanz. Schon immer. Jede Region hat ihre eigenen Tänze mit langer Tradition, die einen festen Bestandteil der jeweiligen Kultur bilden. Für uns ein Grund, Ihnen die wichtigsten griechischen Volkstänze vorzustellen. Wir beginnen mit DEM griechischen Tanz, dem Syrtaki – und räumen gleichzeitig mit einem Mythos auf.

  • Teach me to dance, will you?
  • Dance? Did you say… dance?! … Come on my boy… together… Let’s go… hop … Again… hop … […]

So beginnt die Schlussszene des berühmten Films „Alexis Zorbas“ mit Anthoni Quinn in der Hauptrolle.
Der intellektuelle Schriftsteller Basil, der sein ganzes Geld in den Bau einer Seilbahn gesteckt hat, die dann am Tag der Eröffnung zusammenbricht, bittet den griechischen Baumeister Zorbas darum, ihm das Tanzen beizubringen. Und Zorbas tut das. Lachend zeigt er ihm, wie man griechisch tanzt. Plötzlich verkehrt sich das Entsetzen über das tragische Unglück in Lebensfreude und einen leidenschaftlichen Tanz der zwei Männer. An einem Strand von Kreta bringt Alexis Zorbas seinem Freund den Syrtaki bei.

Wer hätte geahnt, dass diese dreiminütige, 1964 gedrehte Tanzszene, derart erfolgreich wird, dass „Zorbas dance“ für viele Nicht-Griechen zum Inbegriff des griechischen Tanzes geworden ist?

Dabei ist der Syrtaki eigentlich kein traditioneller griechischer Volkstanz. Vor Erscheinen des Films gab es in Griechenland keinen derartigen Tanz. Der Syrtaki ist – genau wie sein Name – eine erfundene Tradition.
Grammatisch gesehen ist „Syrtaki“ das Diminutiv (Verkleinerungsform) zu Syrtos. Mit Syrtos bezeichnet man griechische Volkstänze, die im 2/4 Takt im offenen Kreis getanzt werden und bei denen die Füße (im Gegensatz zum gehüpften Pidiktos) über den Boden schleifen. Jede Insel(gruppe) Griechenlands hat dabei ihre eigene auf eine lange Tradition basierende Version.

Der Syrtaki hat jedoch nichts mit dem Syrtos zu tun. Er wird in einer Reihe getanzt, wobei die Tänzer ihre Arme über die Schultern der Nachbarn legen. Und die Schritte ähneln auch nicht dem Syrtos sondern den kleinasiatischen Tänzen Chassapikos und Chassaposervikos. Es sind auch Motive eines kretischen Männertanzes, des Pentozalis zu erkennen, der mit Bezug auf die Kulisse wahrscheinlich im Drehbuch vorgesehen war.
Bei „Zorbas dance“ handelt es sich um eine Choreografie, die für den Film, passend zur Musik von Mikis Theodorakis, geschrieben worden ist. Die Schritte wurden dem Hauptdarsteller des Films, Anthoni Quinn „auf den Leib geschrieben“. Angeblich, um diesem die Darstellung zu erleichtern.

Auch wenn der Syrtaki kein traditioneller griechischer Volkstanz ist, so gehört er doch zu recht ins Repertoire jeder griechischen Volkstanzgruppe. Aus der Liste der Dinge, die wir mit Griechenland symbolisieren, ist er sowieso längst nicht mehr wegzudenken.

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Wer ist Maria-Efthalia?

Maria-Efthalia Tsoukis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit über 13 Jahren in Griechenland, spricht beide Sprachen und fühlt sich in beiden Kulturen zu Hause. Hauptberuflich betreibt sie die Personaldienstleistungsagentur Gefyra für griechische Ingenieure. Besonders am Herzen liegt ihr der Austausch, das Verständnis und die Vermittlung zwischen Griechen und Deutschen.

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