Rosenmontags-Traditionen in Griechenland

Der Rosenmontag, der in Griechenland „Kathará Deftéra“-reiner Montag genannt wird, findet heuer am 03.März statt und ist ein offizieller Feiertag. An diesem Tag beginnt die 48-tägige Fastenzeit vor dem griechisch-orthodoxen Osterfest. Wenn das Wetter es erlaubt, treffen sich Familien und Freunde im Freien zu einem Picknick am Meer oder in den Bergen. Man wünscht sich gegenseitig“ kalí sarakostí“-gute Fastenzeit, in der auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte verzichtet werden sollte. Meeresfrüchte wie Oktopus, Kalamaria, Sepia oder Muscheln dürfen verzehrt werden, weil sie als blutleer gelten.

Der Sinn dahinter ist, sich als gläubige Christen seelisch und körperlich zu reinigen und sich auf den Tag der Auferstehung Jesu vorzubereiten. So besteht ein klassisches Rosenmontagspicknick oft aus gefüllten Weinblättern, der klassischen Fastenspeise Fasolada-einer nährenden Bohnensuppe, dem Lagana-einem dünnen, länglichem Fladenbrot mit Sesam, Oliven, Tarama-einer Fischrogencreme und dem Wildgemüse Chorta. Die Süßspeise Halva, Ouzo und Wein dürfen bei den Geselligkeiten nicht fehlen.

Am Rosenmontag werden Drachen steigen gelassenVäter lassen an diesem Feiertag mit ihren Kindern Drachen steigen, die laut Volksglauben die bösen Geister des vergangenen Jahres verscheuchen sollen. Es entwickelt sich ein wahrer Wettbewerb, denn wessen Drachen am höchsten steigt, dem steht großes Glück ins Haus. Ein spektakuläres Bild bietet sich den Zuschauern in Athen auf den Hügeln rund um die Akropolis, wenn tausende der bunten Flieger gen Himmel steigen.

Ein weiterer Brauch ist das Backen oder Basteln einer Frauengestalt-der „Kyra Sarakosti“, die eine Nonne ohne Mund mit 7 Füßen darstellt, welche die 7 Wochen vor Ostern symbolisieren. Jeden Samstag wird einer der Füße abgeschnitten, gleich einem Maßband, was den Kindern die Wartezeit auf das größte griechische Fest verkürzen soll.

In einigen Orten finden auch am Rosenmontag noch Umzüge statt, wie z. B. in Naoussa am Hang des Vermion Gebirges, wo nach jahrhundertelanger Tradition die Menschen mit Masken und historischen Kostümen durch die Straßen ziehen. Auf der Insel Antiparos endet der Karneval mit Gesang und Darbietungen örtlicher Tanzgruppen. In Tyrnavos einer kleinen Stadt in Thessalien wird der „Burani Tradition“ gemäß der Tag der Liebe und Sinnlichkeit gefeiert. Zu Ehren von Dionysos, dem Gott der Fruchtbarkeit und Ekstase wird dort, wie auf der Insel Thassos ausgelassen gefeiert. In der malerischen Hafenstadt Galaxidi, nahe Delphi verteilen Veranstalter weißes und gefärbtes Mehl an die Bewohner und Besucher, die sich im gegenseitigem Bewerfen eine lustige Schlacht liefern, bis die Munition verschossen ist.

Bevor die Fastenzeit ihren Einzug hält, erreicht in dieser Woche der Karneval in Griechenland seinen Höhepunkt am Sonntag mit Paraden, Umzügen, Musik und Tanz für Jung und Alt.

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Wer ist Caroline?

Caroline Elisabeth Marchner ist in Bayern geboren und aufgewachsen. 1997 reiste sie zum ersten Mal nach Griechenland und war gleich angetan von der Lebensart der Griechen und ihrer Gastfreundschaft. Seither ließ sie die Sehnsucht in diesem Land zu leben und zu arbeiten nicht mehr los. Seit 8 Jahren arbeitet sie nun in einem Ferienclub auf Korfu als freiberufliche Mitarbeiterin in der Organisation, Programmgestaltung und Gästebetreuung. Den Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die beeindruckende Schönheit der Natur und die Mentalität Griechenlands näherzubringen liegt ihr besonders am Herzen.

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