Das heilige Osterlicht

Genau um Mitternacht von Karsamstag zum Ostersonntag empfängt der Priester im Altar der Kirche das heilige Osterlicht, welches er dann an die Gläubigen weitergibt. Dazu singt der Priester traditionell „Sehen Sie und empfangen Sie das heilige wahre Licht, das nie untergeht, der Jesus ist auferstanden“. Die orthodoxen Christen verteilen das Licht untereinander, indem jeder in der Kirche seine Osterkerze mit dem Osterlicht der leuchteten Osterkerze seines Nachbarn anzündet. Sie küssen einander und sagt dabei demjenigen, der das Licht abgibt, „Jesus ist auferstanden“ (Χριστός Άνέστη). Der Empfänger des Osterlichtes erwidert darauf „Das ist wahr. Der Herr lebt.“ (Αληθώς ο Κύριος).

Das Osterlicht ist das größte, der festlichen kirchlichen Events des griechisch-orthodoxen Osterfestes. Die Glocken schlagen im festlichen Ton, und es werden Feuerwerke gezündet, die den dunklen nächtlichen Himmel erhellen. Dann macht man sich auf den Weg nach Hause. Dabei hält jeder Gläubige seine eigene Osterkerze in der Hand. Dieser gemeinsame Gang muss unbedingt erfolgen. Gesprochen werden darf erst wieder, wenn man zu Hause angekommen ist.

Herkunft des Osterlichtes

Das Osterlicht wird alljährlich mit dem Flugzeug vom heiligen Grab des Jesus in Jerusalem nach Griechenland überführt. Der griechisch-orthodoxen Kirche zufolge, taucht das heilige Licht auf dem heiligen Grab des Jesus in Jerusalem auf und strahlt äußerst stark aus. Viele Christen sprechen von einem Wunder, das ein unerklärliches physisches Phänomen darstellt. Das Osterlicht verkörpert in der griechisch-orthodoxen Religion das Wunder der Auferstehung des Jesus und hebt die Bedeutung seines Auferstehung und ewigen Lebens unter den Menschen auf der Erde hervor. Das Osterlicht führt auf das Licht zurück, das vom Grab des Jesus zwei Tage nach seinem Tod heraus strahlte. Der Lazaros begegnete zwei Tage nach dessen Begräbnis den Jesus, der vom stark leuchtenden Licht umhüllt erschien. Das Osterlicht ist dadurch ein Symbol der Auferstehung des Jesus geworden und somit betont das Ereignis der Auferstehung.

Die älteste Quelle in der Zeit des byzantinischen Reichs stammt vom 4. Jht, in der das heilige Licht in Jerusalem von einer Nonne mit dem Namen Ätheria erwähnt worden ist. Die Erwähnung des heiligen Osterlichtes in dieser Quelle hat zum Gedanken geführt, dass das Osterlicht bereits damals jährlich zu Ostern als heiliges Wunder gefeiert wurde.

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Wer ist Maria?

Die Autorin hat an der Universität Athen Archäologie und Kunstgeschichte sowie Geschichte studiert und in der Archäologie in Deutschland promoviert. In diesem Sinne fühlt Sie sich als würdige Griechin und schreibt hier im Blog mit Enthusiasmus über das Leben und die Kultur von Griechenland, indem Sie über die Vergangenheit und die Gegenwart ihres Landes berichtet.

Ein Kommentar

  1. Irmgard Marianne Manolaka sagt:

    Liebe Autorin,da ich schon seit 1971 ununterbrochen auf der Insel Rhodos lebe, kenne ich die lokalen Bräuche hier ganz gut. Sie unterscheiden sich in Kleinigkeiten von Dorf zu Dorf. Bei uns darf sehr wohl gesprochen werden, wenn man das Osterlicht nach Hause trägt. Hinzufügen möchte ich noch, dass es nach der Auferstehungsfeier die berühmte Ostersuppe gibt. Ich habe mich sehr gefreut, diesen Blog entdeckt zu haben und wünsche der Autorin gute Resonance und viel Erfolg. Herzliche Grüsse aus Rhodos!
    Marianne Manolaka

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