Die Brücken des Epirus

Epirus liegt im nordwestlichen Teil Griechenlands. Die Landschaft dieser Region besteht aus hohen Bergen und vielen Flüssen. Der Boden ist felsig ohne ebene Flächen. Die wilden Flüsse im Winter verhinderten den Zugang zu benachbarten kleinen Dörfern und zu Arbeitsorten wie Weiden und Äckern. Um dann nicht von aller Welt abgeschlossen zu sein, bauten die Menschen des Epirus viele Brücken. Die Steinbogenbrücke der Vikos-SchluchtDiese Brücken sind ein festes Bestandteil der Landschaft dieser Region geworden und gelten für uns als eines der Top 10 des Epirus.

Mit der zunehmenden Handelstätigkeit der Menschen von Epirus begann der Aufbau von Brücken. Anfänglich waren sie als Holzkonstruktionen gebaut. Mitte des 18. Jhds. begann man mit dem Bau von Steinbrücken. Die Stifter dieser Steinbrücken in Epirus waren reiche Einwohner. Oft wurden die Brücken nach dem Namen des Stifters genannt.

Die Brückenbaumeister des Epirus sind waren damals berühmt für ihre Baufertigkeiten. Ihr Wissen ergab sich aus praktischer Erfahrung und wurde nicht durch eine Ausbildung erworben. Wegen ihrer Leistungen wurden die Baumeister von ihren Heimatleuten hoch respektiert. Ihr guter Ruf überschritt dann auch bald die geographischen Grenzen des Epirus.

Das Baumaterial für eine Brücke  musste homogen, kompakt und belastbar sein. Der Stein durfte keine Risse aufweisen. Und er musste gut Wasser- und Windkräfte überstehen können. Häufiges Baumaterial für die Brücken war der Schiefer, der auf dem Epirus reichlich vorhanden ist. Die Schieferplatten wurden mit Hilfe eines dünnen Verbindungsmaterials aus gelöschtem Asbest, Erde, kleineren Ziegeln und Stroh befestigt. Wegen des schwierigen Bauwerks waren unterschiedliche Volkssagen entstanden, gemäß denen böse Geister die Fertigung einer Brücke verhindern wollten.

Die steinernen Brücken in Epirus sehen fast alle sehr unterschiedlich aus. Mal bestehen sie aus einem, mal aus mehren Bögen, welche dann halbrunde oder auch spitzförmige Bogenlinien aufweisen. Jedes Dorf im Hinterland des Epirus hat seine eigenen wunderbaren steinernen Brücken aufzuweisen. Die schönsten befinden sich übrigens im Ort „Zagori“.

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Wer ist Maria?

Die Autorin hat an der Universität Athen Archäologie und Kunstgeschichte sowie Geschichte studiert und in der Archäologie in Deutschland promoviert. In diesem Sinne fühlt Sie sich als würdige Griechin und schreibt hier im Blog mit Enthusiasmus über das Leben und die Kultur von Griechenland, indem Sie über die Vergangenheit und die Gegenwart ihres Landes berichtet.

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